Stallikerkunst

<<Online Ausstellung>>

Bookface Challenge Bibliothek Stallikon - 2021

Michaela.jpg
Michaela Temperli
Kuratorin - Bookface Challenge

Ein Gespräch mit Michaela Temperli

KF: Wie kam es zu der Idee der Book Face Challenge?

Michaela: Die Idee der Bookfaces ist nicht ganz neu. In zahlreichen Bibliotheken, Schulen etc. werden Wettbewerbe oder Bookface-Anlässe angeboten. Für mich ist die Bookface-Challenge eine tolle Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler, sich auf künstlerische Weise mit dem Medium Buch auseinanderzusetzen. Ein Buch ist ein kulturelles Objekt: Träger einer Botschaft, aber auch ein gestalteter Gegenstand, den man ansehen, anfassen und erleben kann. Und viele Buchcover sind außergewöhnlich künstlerisch gestaltet. Diese Idee umzusetzen, wollte ich mit den Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe ausprobieren.

 

KF: Was war das Ziel und der Zweck dieser Herausforderung?

 

Michaela: Sinn und Ziel der Bookface-Challenge war es, dass sich die Schülerinnen und Schüler auf künstlerische Weise mit Smartphone und dem Medium Buch auseinandersetzen sollten. Eine Person und ein Buchcover stehen hierbei im Mittelpunkt und sollen so in Szene gesetzt werden, dass beide miteinander “verschmelzen” und ein Kunstwerk darstellen.

 

KF: Als Sie Schulkindern das Konzept erklärt haben, wie haben sie darauf reagiert?

 

Michaela: Die Jugendlichen waren sehr neugierig. Einige kannten bereits #bookfacefriday auf Instagram, wo jeweils freitags Bookfaces gepostet werden. Die Idee mit Smartphone und dem Lieblingsbuch oder einem attraktiven Buchcover kreativ zu sein, fanden sie super. 

 

KF: Was war die Herausforderung bei der Erstellung der endgültigen Kunstwerke der Book Face Challenge?

 

Michaela: Eine Herausforderung für die Kinder war es, das für sie am besten passende Buchcover auszuwählen, dieses zu inszenieren und dafür die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Es muss ja festgelegt werden, wer fotografiert, wie der Hintergrund gestaltet wird und welche Kleidung bzw. Requisite nötig ist. 

 

KF: Welche Vision und Aufgabe hatten Sie als Kuratorin der Challenge bei diesem Projekt?

 

Michaela: Ich persönlich liebe Bookfaces. Für unsere Bibliothek war es eine kreative Möglichkeit Bücher vorzustellen und mit den Bookfaces Aufmerksamkeit zu erreichen. Gut gemachte Bookfaces sorgen für den Wow-Effekt, und ich bin der Ansicht, dass wir mit den Bookfaces der Schülerinnen und Schüler etwas Besonderes erreichen konnten. Die Kreativität und die experimentelle Lernerfahrung der Kinder ausserhalb des Schulalltags war mir ein grosses Anliegen.  Zudem konnten wir mit dem Projekt zeigen, dass auch Bibliotheken durchaus cool und kreativ sein können.

 

KF: Was waren die Herausforderungen, die Sie bei der Durchführung dieses Projekts bewältigen mussten?

 

Michaela: Die Herausforderung war, dass wir aufgrund des Corona-Lockdowns das geplante Projekt zunächst verschieben mussten. Erst mit der Wiedereröffnung der Bibliothek im März blieb nur wenig Zeit, das Projekt Schülerinnen und Schülern vorzustellen. Trotz der kurzen Zeit entstanden in rund 2 Wochen sehr schöne kreative Beiträge.
 

KF: Was waren die Kriterien für die endgültige Auswahl der Werke?

 

Michaela: Kreativität, Vielseitigkeit und Ideenreichtum stehen bei einem solchen Projekt im Vordergrund. Ich muss sagen, alle teilnehmenden Kinder waren sehr kreativ. Es war erfreulich und überraschend zu sehen, wie sich die Kinder damit auseinandergesetzt haben, das Buchcover durch entsprechenden Hintergrund, Kleidung und/oder passende Requisiten zu inszenieren.  

 

KF: Wie war die Reaktion der Kinder und ihrer Familien nach Abschluss des Projekts? Wie war das Feedback der Menschen, die sich die Ausstellung der fertigen Werke angesehen haben?

 

Michaela: Die Reaktionen sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Erwachsenen waren rundum positiv. Werke anderer Schülerinnen und Schüler zu bestaunen, sei es durch Mitschüler, Freunde und Familienangehörige etc., macht die teilnehmenden Kinder stolz und motiviert sie. Es ist auch eine Motivation für andere Schülerinnen und Schüler, künftig an ähnlichen Aktivitäten mitzuwirken. 

 

KF: Wie sind Sie persönlich mit dem Ergebnis zufrieden? 

 

Michaela: Ich bin mit dem Ergebnis der Bookface Challenge sehr zufrieden - vor allem freut es mich, dass recht viele Jungs mitgemacht haben. Gerne würde ich das Projekt zu einem anderen Zeitpunkt wiederholen. Wir haben so tolle Bücher in unserer Bibliothek - die rufen regelrecht danach, in Szene gesetzt zu werden. Für das kommende Jahr habe ich bereits ein Projekt für die jüngeren Kinder im Kopf, auch eine Art Bookface-Challenge, aber ganz anders und altersgerecht.

Ende März lud das Team der Bibi Stallikon Schülerinnen und Schüler der Primarschule Stallikon ein, „kreativ mit Smartphone und Buch-Cover zu sein und ein Bookface für die Bookface-Challenge zu erstellen“. Was ist ein Bookface? Die Idee ist ganz einfach und ist schon seit einiger Zeit auf den Social Media Kanälen wie Instagram zu finden: Gesichter etc. werden ganz oder teilweise durch einen Buchumschlag verdeckt. Dabei verschmilzt der Buchumschlag mit dem Gesicht und wird zu einem ganz eigenen Kunstwerk. Bei der Bookface-Challenge kamen sehr schöne und kreative Bookfaces zustande, die wir Ihnen hier auf der Kunstforum StallikonWebseite vorstellen.